Diese Woche war Paul Gellert zu Gast – ein führender Experte für Prävention und Langlebigkeit an der Berliner Charité. Paul Gellert ist Professor für Sozial- und Verhaltenswissenschaftliche Altersforschung und leitet das Institut für Medizinische Soziologie und Rehabilitationswissenschaft. Sein Fokus liegt darauf, Menschen wissenschaftlich fundiert und pragmatisch dabei zu unterstützen, gesund zu altern.
Die Charité, eines der größten Krankenhäuser Europas, hat Prävention zu einer strategischen Priorität gemacht. Paul Gellert macht deutlich, dass es längst nicht mehr nur um die Behandlung von Krankheiten geht. Vielmehr soll Prävention langfristig dazu beitragen, das Gesundheitssystem zu entlasten und die Versorgung zu verbessern. Gerade im Hinblick auf den demografischen Wandel sei dies unumgänglich.
Gesundes Altern basiert auf drei zentralen Säulen, die Paul Gellert beschreibt:
Blue Zones sind Regionen, in denen außergewöhnlich viele Menschen ein Alter von über 100 Jahren erreichen. Diese Gemeinschaften zeichnen sich durch soziale Eingebundenheit, eine gesunde Umgebung und moderate körperliche Aktivität aus. Doch Paul Gellert weist darauf hin, dass diese Vorteile durch Industrialisierung und zunehmenden Stress schnell verloren gehen können.
Verhaltensänderungen sind laut Gellert eine der schwierigsten Aufgaben in der Prävention. Wissen allein reicht selten aus, um langfristige Veränderungen zu bewirken. Stattdessen sind Routinen, positive Emotionen und eine unterstützende Umwelt entscheidend. Der Ansatz der „Recovery Self-Efficacy“ – das Vertrauen in die eigene Fähigkeit, nach Rückschlägen gesunde Gewohnheiten wieder aufzunehmen – kann hierbei helfen.
Während Prävention und Longevity oft als getrennte Ansätze dargestellt werden, sieht Paul Gellert sie als ergänzend. Longevity, häufig technologisch und biologisch geprägt, erweitert die Möglichkeiten der Prävention. Beide Perspektiven haben dasselbe Ziel: ein längeres und qualitativ besseres Leben.
Zum Abschluss der Episode wurde Paul Gellert gefragt, welche Botschaft er den Menschen mitgeben würde. Seine Antwort lautete: „Genieße das Leben.“ Gesundheit und Lebensfreude sind kein Widerspruch, sondern sollten Hand in Hand gehen. Wenn gesunde Entscheidungen Freude machen und fest in den Alltag integriert sind, werden sie nachhaltig und effektiv.